Sonntag, 22. Mai 2005
aufgefangenes stöckchen :-)
ich hab das stöckchen von frau ramirez aufgefangen. danke für die willkommene ablenkung, auch an frau lunally, die die gleiche idee hatte. hat mir wirklich gut getan, mal an was anderes zu denken und meine *lieblinge*, die mich zum teil schon sehr lange begleiten, mal wieder in die hand zu nehmen.
die übersetzung der fragen ins deutsche kommen übrigens von herrn kid.

1. du steckst in der welt von fahrenheit 451, welches buch möchtest Du sein?

da kann es nur eines geben: *die zivilisation der göttin* von marija gimbutas. jaja, die welt war mal weiblich, und wenn sie es nicht bald wieder wird, wird sie untergehen. das eine werde ich leider, das andere zum glück nicht erleben.

2. warst du je in eine figur aus einem buch verknallt?

ja, selbstverständlich! und zwar in winnetou, und nicht nur in seinen aspekt als pierre brice :-)

3. welches buch hast du zuletzt gekauft?

*das große häschen-harakiri - ein ratgeber für lebensmüde kaninchen* von andy riley. ein wundervoll bitterböser comic. als ich das cover sah - zwei hasenohren, die aus einem toaster oben raus gucken - war's um mich geschehen

4. welches buch hast du zuletzt gelesen? und 5. welches buch liest du gerade?

ich lese immer mehrere parallel:
*zensor usa* von kristina borjesson (thema: wie die us-amerikanische presse zum schweigen gebracht wird - gruselig);

*det / das* von inger christensen, eine atemberaubende gedankenspirale, an der ich jahre lesen werde, immer wieder, und das schön aufgemacht ist: auf der linken seite der dänische originaltext, rechts die deutsche übersetzung;

*das periodische system* von primo levi (dürfte allgemein bekannt sein);

*logbücher einer meerjungfrau* von ingeborg horn, ein unbequemes buch, weil der inhalt gedankensplitter sind, und das ist sperrig, und weil ich mindestens zwei sätze pro seite finde, die mich sehr beschäftigen und auf mich selbst zurück werfen;

sowie gerade jetzt *tage des ruhms* von rosie scott (siehe unten), dass ich fürs stöckchen in die hand nahm und nun nicht mehr weglegen kann.

6. welche fünf bücher nähmst du mit auf eine einsame insel?

- *die verschwörung der balkis* von monique wittig, über den untergang des stammes der frauen, eine düstere, singende prosa

- *das schöne und das andere - bilder einer mutierenden welt* der graphikerin cornelia hesse-honegger; eine bestandsaufnahme der - umweltbedingten? - mutationen von insekten und eine bestandsaufnahme der ignoranz und dummheit einiger wissenschaftler, mit verstörenden und atemberaubenden zeichnungen

- *unter dem tagmond* von kerri hulme: die geschichte einer autonomen 18jährigen frau, die sich weder auf sex noch auf übliche beziehungen zu männern einlässt sowie die eines ausgesetzten, unter drogen gesetzten und gebrochenen kleinen jungen und seines überforderten adoptiv-vaters, der das kind in seiner verzweiflung fast totschlägt. die schicksale der drei verbinden sich zu einem unauflöslichen schimmernden geflecht, obwohl es kein typisches mutter-vater-kind-happy-end gibt

- *tage des ruhms* von rosie scott, ein krimi über die malerin glory day, eine direkte, harte, dreckige geschichte voller kraft und leben, die mut macht. nebenbei und selbstverständlich wird ihr leben u.a. mit ihrer mongoloiden tocher rina erzählt

- *die wand* von marlen haushofer über eine frau, die eines tages feststellt, dass um ihr waldhäuschen eine fast undurchdringliche unsichtbare wand aufgebaut ist, die sie nur einmal durchdringt, um festzustellen, dass alle menschen außerhalb der wand tot sind, und die versucht, mit dem, was sie hat, zu überleben - das richtige buch für die einsame insel

das stöckchen werd ich noch weiter werfen, vermutlich erst morgen oder übermorgen, wenn ich zeit hab, jemanden zu suchen, der es noch nicht hat.



möglichkeiten
ein langer und - zumindest was mich betrifft - tränenreicher chat mit a., der sich von dem traum eines gemeinsamen lebens mit mir verabschiedet hat. obwohl er mich sehr mag. und der sagt, wir können haben, was wir haben: s*x und biken. und dass er sich jetzt aber auch ungebunden fühlt.

ich schlief drüber. und nun sag ich mir: verdammt noch mal, warum nicht? und ich fühle mich befreit von dem druck, etwas zu sein, was ich nicht bin und etwas zu tun, was ich nicht will.

es ist eine möglichkeit. und der sommer kommt ja gerade erst.

(ich wankelmütige dings, ich.)

von kopfherz| 0 Kommentare ... link |comment